Geistig fitter durch binaurale Beats

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Geistig fitter durch binaurale Beats

Mit binauralen Beats Konzentration, Gedächtnis und Kreativität fördern

Binaurale Beats sind eine sehr sanfte Methode, mit der du positiv auf verschiedene Bereiche und Situationen deines Lebens einwirken kannst. Unterschiedliche Frequenzen binauraler Beats können dabei auch ganz unterschiedliche Effekte auf dich haben. So zeigen viele Studien, dass binaurale Beats auch deine geistige Leistungsfähigkeit steigern können. Sie fördern deine Konzentration, unterstützen dein Gedächtnis und machen dich kreativer. Dabei können sowohl bei binauralen Beats im Alpha-, Beta-, Gamma- und Theta-Bereich verschiedene fördernde Einflüsse beobachtet werden. Dies könnte darauf hinweisen, dass binaurale Beats unterschiedlicher Frequenz nicht nur spezielle Effekte erzeugen, sondern auch auf übergeordnete neuronale Prozesse einwirken. Binaurale Beats wirken dabei von Mensch zu Mensch oft sehr unterschiedlich. Am besten probierst du selbst aus, mit welche Frequenzen gut für dich funktionieren.

Um dir einen besseren Überblick zu geben, möchten wir dir in den folgenden Abschnitten mehrere Studien vorstellen, die sich mit dem Einfluss binauraler Beats auf die mentale Leistungssteigerung befassen. Wenn du nur einen groben Überblick über die einzelnen Ergebnisse bekommen möchtest, findest du zu Beginn jeder Studie eine kurze Zusammenfassung. Du kannst dich hier aber auch intensiver in die Forschung einlesen.

Binaurale Beats werden folgende Frequenzbereiche eingeteilt:

Delta: 0,1 hz – 3,9 hz
 
Theta: 4,0 hz – 7,9 hz
 
Alpha: 8,0 hz – 12,9 hz
 
Beta: 13 hz – 37,9 hz
 
Gamma: 38 hz – 50 hz

Studie 1: Eine empirische Untersuchung des Effekts von Audiosignalen mit eingebundenen Binauralen Beats der Beta-Frequenz auf vier Teilbereiche des menschlichen Gedächtnisses

An Empirical Investigation into the Effect of Beta Frequency Binaural-beat Audio Signals on Four Measures of Human Memory (1994) 

Zusammenfassung  

Für diese Studie aus dem Jahr 1994 wurden 50 Studenten insgesamt vier Test unterzogen. Alle diese Tests untersuchten Aspekte der Gedächtnisleistung der Teilnehmer. Die Probanden wurden dafür zufällig auf zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe hörte nur Musik, bei der anderen Gruppe waren außerdem binaurale Beats in die Musik eingebettet. Bei drei der vier verwendeten Tests zeigten die Probanden der Gruppe mit binauralen Beats eine statistisch signifikante Verbesserung der Gedächtnisleistung im Vergleich zu den Probanden der Kontrollgruppe, die nur Musik hörten. Der Autor der Studie kommt zu dem Schluss, dass sich binaurale Beats fördernd auf die Gedächtnisleistung auswirken.

Aufbau und Ablauf der Studie

Von den 50 Probanden wurden 27 nach dem Zufallsprinzip in die Experimentalgruppe und 23 in die Kontrollgruppe eingeteilt. Die Probanden hörten jeweils 15-minütige Audioaufnahmen. Nur bei den Probanden der Experimentalgruppe waren binaurale Beats im Beta-Bereich in die Musik eingebunden. Nach 15 Minuten wurden die Probanden aufgefordert, die Gedächtnistests zu absolvieren. Dabei lief die Musik weiter, während die Probanden die Aufgaben lösten.

Für den Zweck der Studie definierte der Autor die Gedächtnisleistung als die Fähigkeit, die Informationen, welche in den vier Tests gegeben wurden, eigenständig zu reproduzieren. Folgende vier Tests mussten die Probanden absolvieren:

  1. Test: Freie Wiedergabe einer Wortliste – Bei diesem Test muss der Teilnehmer den Inhalt einer zuvor gezeigten Wortliste frei aus seinem Gedächtnis heraus reproduzieren. Die Probanden konnten dabei 25 richtige Antworten geben.
  2. Test: Wiedergabe von Deutschvokabeln – Gleicher Aufbau wie im ersten Test. Die Probanden mussten jedoch Deutschvokabeln wiedergeben, was eine komplexere Gedächtnisaufgabe darstellt.
  3. &  4. Digit-Span-Test – und Digit-Span Symbol Test nach der Methode des Wechsler Adult Intelligence Scale Tests (WAIS-R). Beim Digit-Span Test wird ermittelt, wie viele Elemente gleichzeitig Probanden miteinander vergleichen oder in eine logische Beziehung zueinander setzen können.

Test 3 und 4 wurden durchgeführt, um die Beobachtungen von Lehrern zu überprüfen, die in ihren Schulklassen binaurale Beats eingesetzt hatten und einen Anstieg in Noten und Aufmerksamkeit sowie eine Abnahme von Hyperaktivität bei ihren Schülern beobachten konnten.

Ergebnis und Schlussfolgerung

Test 1: Von 25 möglichen richtigen Antworten gaben die Probanden der Kontrollgruppe durchschnittlich 14 korrekt an, die der Experimentalgruppe durchschnittlich 15,9. – Das Ergebnis ist statistisch signifikant. (P > 0,5)

Test 2: Von 25 Antwortmöglichkeiten beantworteten die Teilnehmer der Kontrollgruppe durchschnittlich 12,61 richtig, die Probanden der Experimentalgruppe gaben im Schnitt 15,04 richtige Antworten. Dieses Ergebnis ist statistisch nicht signifikant. (P < 0,5)

Test 4: Im Digit-Symbol-Test erzielte die Kontrollgruppe einen Score von 9,46, die Experimentalgruppe von 11,44 Punkten. Das Ergebnis ist statistisch signifikant. (p > 0,5)

Test 5: Im Digit-Symbol Subtest erreichte die Kontrollgruppe einen Score von 7.69, die Experimentalgruppe von 9.85. Das Ergebnis ist statistisch signifikant. (p > 0,5)

Drei der vier Gedächtnistests zeigen eine statistisch signifikante Verbesserung durch den Einsatz von binauralen Beats im Beta-Bereich. Laut dem Autor der Studie, Richard Cauley Kennerly, kann daraus abgelesen werden, dass binaurale Beats der Beta-Frequenz eine effektive Methode sind, um die Fähigkeit von Personen zu steigern, gesehene Inhalte zu reproduzieren, die Aufnahmefähigkeit zu erhöhen und die Bewältigung von motorischen Aufgaben zu verbessern.

Die Untersuchungen bestätigen die Beobachtungen von Lehrern, die nach dem Einsatz von binauralen Beats verbesserte Noten und weniger Verhaltensprobleme bei ihren Schülern bemerkt hatten. Die Studie zeigt, dass binaurale Beats eine Möglichkeit darstellen, die geistige Leistungsfähigkeit schonend zu verbessern.

Studie 2: Die Wirkung von Binauralen Beats auf das visuelle Arbeitsgedächtnis und die kortikale Konnektivität

The Effect of Binaural Beats on Visuospatial Working Memory and Cortical Connectivity (2016)

Zusammenfassung

Diese Studie untersucht den Effekt von vier unterschiedlichen akustischen Stimulationen auf das Arbeitsgedächtnis, also dem mentalen System, das sich mit dem kurzzeitigen Erinnerungsvermögen sowie der Organisation von zielgerichtetem Verhalten befasst. Das Arbeitsgedächtnis ermöglicht uns, Informationen vorübergehend zu speichern und gleichzeitig zu analysieren. Außerdem wurde die Konnektivität unterschiedlicher Gehirnregionen ermittelt. Die Probanden sollten einen visuellen Gedächtnistest absolvieren und waren dabei den unterschiedlichen Stimuli ausgesetzt. Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass die Probanden bei binauralen Beats im Bereich 15 Hz die Gedächtnisaufgaben deutlich akkurater lösten. Außerdem ließen sich bei einem solchen Stimulus Gehirnströme messen, die auf einen erhöhten Informationsfluss zwischen einzelnen Gehirnregionen hindeuten.

Aufbau und Ablauf der Studie

In dieser Studie hörten 28 gesunde Patienten 6 unterschiedlichen Audioaufnahmen, während sie einen visuelle Gedächtnistest absolvierten. Die 6 Testsounds wechselten alle 5 Minuten. Insgesamt dauerte der Test 30 Minuten.

  1. Kein Sound,
  2. Purer Ton (R: 240 Hz, L: 240 Hz)[1
  3. Klassische Musik
  4. 5 Hz binauraler Beat (R: 240 Hz, L: 245 Hz)
  5. 10 Hz binauraler Beat (R: 240 Hz, L: 250 Hz)
  6. 15 Hz binauraler Beat (R: 240 Hz und L: 255 Hz)

R und L stehen dabei jeweils für das rechte beziehungsweise linke Ohr.

Die unterschiedlichen Töne mit binauralen Beats wurden mit der Software Matlab erzeugt. Der Gedächtnistest, dem sich die Probanden unterzogen, war eine visuell räumliche matching-to-sample-Aufgabe. Dabei wird den Probanden ein visueller Stimulus präsentiert, den sie sich merken müssen. Sie sollen dann aus einer Reihe von neuen Stimuli denjenigen herausfinden, der mit dem alten zusammenpasst. In diesem Experiment suchten die Probanden zueinander passende Bilder heraus. Anschließend wurden die Hirnströme mithilfe eines Elektroenzephalogramms (EEG) gemessen. Die Reihenfolge der Sounds, die abgespielt wurden, wurde von Proband zu Proband variiert, um unerwünschte Nebeneffekte durch eine bestimmte festgelegte Reihenfolge zu minimieren.

Ergebnis und Schlussfolgerung

Die Performance der Probanden während der Aufgabe war in der Zeitspanne, in der sie mit einer 15 Hz Beta Frequenz stimuliert wurden, signifikant besser, als bei allen anderen Konditionen. Es war die einzige Audiostimulation, die einen Leistungssteigerung von drei Prozent über die gesamte fünfminütige Zeitspanne erzeugte. Während aller anderen Stimulationen wurde die Fähigkeiten der Patienten zwischen einem und drei Prozentpunkten negativ beeinflusst. Diese akustischen Stimulationen wirkten sich also eher ablenkend auf die Präzision der Probanden aus. Die Reaktionszeit der Studienteilnehmer konnte indes auch durch die binauralen Beats nicht verbessert werden.

Das Hören der 15 Hz Beta Frequenz beeinflusste die Probanden im matching-to-sample-Test über die gesamte Zeit signifikant positiv. Dies deckt sich mit vorherigen Beobachtungen, die binaurale Beats im Beta-Bereich mit einer erhöhten Gedächtnisleistung und Konzentration assoziieren.

Studie 3: Die Wirkung von binauralen Beats auf die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses

THE EFFECT OF BINAURAL BEATS ON WORKING MEMORY CAPACITY (2015)

Zusammenfassung

In dieser Studie wurde die Leistungssteigerung von binauralen Beats im Alpha-Bereich zwischen 7,5 und 12,5 Hz auf das Arbeitsgedächtnis (WMC) untersucht. Die 50 Probanden hörten dabei entweder reine Meeresgeräsche oder Meeresrauschen mit eingebundenen binauralen Beats. Mithilfe der OSPAN-Methode wurde die Leistung des Arbeitsgedächtnisses unter normalen Bedingungen und nach der jeweiligen Stimulation untersucht. Die Wissenschaftler konnten eine Leistungssteigerung in der Gruppe nachweisen, die durch binaurale Beats stimuliert wurde.

Aufbau und Ablauf der Studie

Insgesamt nahmen 50 Probanden an der Studie teil. Die Teilnehmer wurden zufällig auf Experimentalgruppe (Meeresrauschen & binaurale Beats im Alpha Bereich) und Kontrollgruppe (nur Meeresrauschen) aufgeteilt. 10 Probanden wurden im Voraus aussortiert, da sie in einer Voruntersuchung nicht die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt hatten. Die 40 übrig gebliebenen Teilnehmer absolvierten eine Automated Operation Span Task (OSPAN), also eine Aufgabe, die die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses testet. Der Proband muss sich dabei eine Serie von 3 – 7 zufällig erscheinenden Buchstaben merken und bekommt anschließend eine einfache mathematische Gleichung präsentiert. Er muss einschätzen, ob diese Gleichung richtig ist. Anschließend erscheint erneut ein Buchstabe für 800 ms. Dieser Prozess wird drei- bis siebenmal wiederholt. Zum Schluss wird dem Probanden eine Serie von Buchstaben präsentiert und er muss entscheiden, welche dieser Buchstaben ihm während des Versuchs bereits gezeigt wurden. Die Probanden wurden gleichzeitig zwei Tönen der Frequenzen 230 Hz und 220.45 Hz ausgesetzt. Dies erzeugte einen binauralen Beat der Alpha Frequenz von 9,55 Hz. Die Sounds mit Meeresrauschen beziehungsweise mit Meeresrauschen und eingebundenen binauralen Beats dauerten jeweils 12 Minuten. Die Probanden der Experimentalgruppe waren sich auch nach dem Hören der Existenz der binauralen Beats nicht bewusst.

Die Probanden absolvierten den AOSPAN-Test zuerst ohne Geräusche. Danach hörten sie 12 Minuten eine der beiden Aufnahmen und absolvierten den Test anschließend ein zweites Mal.

Ergebnis und Schlussfolgerung

Die Probanden der Experimentalgruppe zeigten im Gegensatz zur Kontrollgruppe einen signifikant positiven Effekt bei der Absolvierung des AOSPAN-Tests. Die Wissenschaftler sprechen von einem Effekt mittlerer Größe.  Die Studie zeigt somit, dass binaurale Beats im Alpha-Bereich einen zeitlich positiven Effekt auf die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses hatten.

Studie 4: Mehr Aufmerksamkeit durch binaurale Beats: Erkenntnisse aus dem global-local-task

More attentional focusing through binaural beats: evidence from the global-local task (2015)

Zusammenfassung

Die Studie sollte untersuchen, ob binaurale Beats hoher Frequenz einen Effekt auf die Effizienz der Aufmerksamkeitsfokussierung haben. Dafür hörten sich die Teilnehmer der Experimentalgruppe binaurale Beats im Gamma-Bereich (40 Hz) an, von denen vermutet wird, dass sie einen positiven Effekt auf die Aufmerksamkeitsverteilung haben. Die Teilnehmer der Studie hörten entweder drei Minuten binaurale Beats oder einen einfachen Ton von 340 Hz, bevor sie einen global–local-task absolvierten. Dabei wird untersucht, in welcher Abfolge und wie schnell Probanden übergeordnete und untergeordnete Strukturen einer Figur erkennen. Das Ergebnis dieser Studie zeigte, dass binaurale Beats keinen Einfluss auf die Fähigkeit der Probanden hatten, irrelevante Informationen auszublenden. Dagegen konnte ein niedrigerer global precidence effect bei der Gruppe mit den binauralen Beats im Vergleich zur Gruppe mit dem Kontrollton nachgewiesen werden. Es ist also davon auszugehen, dass binaurale Beats hoher Frequenz die visuelle Aufmerksamkeitsfokussierung verbessern.

Aufbau und Ablauf der Studie

An der Studie nahmen insgesamt 36 Studenten als Probanden teil. Nach dem Zufallsprinzip hörten 18 Patienten Aufnahmen mit binauralen Beats und 18 Patienten die Kontrollaufnahmen mit dem 340 Hz Ton. Im global–local-task wurden den Probanden auf einem Bildschirm hierarchisch geordnete geometrische Figuren präsentiert. Kleine Figuren setzen dabei große Figuren zusammen. Die Probanden sollten dabei entweder auf die große, zusammengesetzte Figur oder auf die kleinen geometrischen Figuren achten, aus denen die große Figur besteht. Vor dem global-local-task wurden die Probanden drei Minuten durch die entsprechende Tonaufnahme stimuliert. Diese Stimulation wurde auch während des global–local-tasks beibehalten. Die Probanden schätzten außerdem vor und nach dem Experiment selbst ihre Stimmung ein.

Ergebnis und Schlussfolgerung

Die Größe des global precidence effects war in der Gruppe mit binauralen Beats (36ms) im Gamma-Bereich deutlich geringer, als in der Vergleichsgruppe (57 ms). Es konnte jedoch nicht beobachtet werden, dass binaurale Beats dazu führten, dass die Teilnehmer irrelevante Informationen besser ausblenden konnten.

Die Forscher schlussfolgern, dass binaurale Beats die geistige Aktivität anregen können. Weitere Studien seien jedoch wünschenswert, um herauszufinden, wie sich entsprechende Effekte über längere Zeiträume auswirken.

Studie 5: Die Wirkung von binauralen Beats auf die Kreativität

The impact of binaural beats on creativity(2013)

Zusammenfassung

Menschliche Kreativität hängt von einer Reihe von geistigen Prozessen ab, von denen einige vom Botenstoff Dopamin beeinflusst werden. Der Botenstoff Dopamin hat einen wesentlichen Einfluss auf unser Glücksempfinden. In dieser Studie versuchten die Forscher den Einfluss von binauralen Beats auf die Kreativität der Probanden, oder speziell auf divergentes und konvergentes Denken zu ermitteln. Beim konvergenten Denken beschäftigen wir uns offen, experimentierfreudig und unsystematisch mit einem Thema, das konvergente Denken könnte dagegen eher als gewöhnlich, linear-rationales Denken bezeichnet werden. Außerdem setzten sie ihre Beobachtungen mit der Menge an Dopamin im Striatum, einem Teil des Großhirns, in Verbindung. Die Probanden wurden dabei durch binaurale Beats im Alpha- und Gamma-Bereich stimuliert. Sie absolvierten je einen Test, mit dem konvergentes, beziehungsweise divergentes Denken gemessen werden sollte, welche zwei wichtige Funktionen der Kreativität darstellen. Außerdem füllten die Studienteilnehmer einen Fragebogen zu ihrer aktuellen emotionalen Befindlichkeit (PANAS–S) aus. Das Dopaminlevel im Striatum wurde durch die Augenblinzelrate geschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass binaurale Beats unabhängig von ihrer Frequenz divergentes, aber nicht konvergentes Denken beeinflussen können. Individuen mit nieder Augenblinzelrate profitierten am meisten von von binauralen Beats im Alpha-Bereich, Individuen mit hoher Blinzelrate zeigten in beiden Bereichen keinen Effekt.

Aufbau und Ablauf der Studie

In unsere Kreativität sind viele verschiedene Prozesse involviert. Zwei sehr wichtige Prozesse sind dabei das divergente und das konvergente Denken. Einige Autoren vermuten außerdem eine enge Verbindung von Kreativität und dem Botenstoff Dopamin. Die Teilnehmer kamen zu drei Terminen. Einmal hörten sie binaurale Beats im Alpha-Bereich (10 Hz), einmal im Gamma-Bereich (40 Hz) und einmal einen konstanten Ton von 340 Hz.  Am Anfang jeder Sitzung wurde für 5 Minuten die Augenblinzelrate der Patienten gemessen.

(EBR) Das Divergente Denken wurde mithilfe eines Alternate Use Tasks (AUT) gemessen. Diese Aufgabe erfasst Originalität, Flüssigkeit, Flexibilität und Ausarbeitung der Probanden, bei der Bewältigung einer Anforderung. In jeder Sitzung wurden den Probanden zwei Aufgaben gegeben, für die sie jeweils 10 Minuten Bearbeitungszeit hatten.

Um das konvergente Denken zu erfassen, wurden den Probanden drei nicht näher miteinander verbundene Wörter präsentiert. Die Teilnehmer sollten dann ein Wort finden, das mit allen drei vorgegebenen Worten in Verbindung steht. In jeder Sitzung wurden die Teilnehmer mit 10 solcher Wortpaare konfrontiert. Die Probanden sollten außerdem selbst ihre Stimmung einschätzten.

Ergebnis und Schlussfolgerung

In der Studie wurde kein Einfluss von binauralen Beats auf das konvergente Denken gefunden, während dagegen das divergente Denken systematisch beeinflusst wurde. Dabei bezogen die Wissenschaftler das ermittelte Dopaminlevel in ihre Auswertung mit ein. Die Ergebnisse zeigen, dass binaurale Beats im Alpha- und Gamma-Bereich bei Personen mit niedriger Augenblinzelrate und entsprechendem Dopaminlevel positive Effekte hervorrufen. Menschen mit hoher Augenblinzelrate profitierten nicht von der Stimulation. Die Vermutung, dass die Veränderungen in der Kreativität auch mit Veränderungen in der Stimmung einhergehen, konnte in dieser Studie nicht bestätigt werden.

In den Ergebnissen lassen sich außerdem keine Unterschiede zwischen den Auswirkungen von binauralen Beats im Alpha- und Gamma-Bereich messen, beide hatten denselben Effekt auf divergentes Denken. Die Ergebnisse zeigen, dass es bei der Wirkung von binauralen Beats auch auf die individuellen Eigenschaften der einzelnen Personen ankommt. Sind entsprechende Voraussetzungen gegeben, können binaurale Beats die Kreativität fördern.

Studie 6: Eliminierung des Aufmerksamkeitsblinkens durch Binaurale Beats: ein Fallbeispiel für eine gezielt herbeigeführte geistige Leistungssteigerung (2015)

Eliminating the attentional blink through binaural beats: a case for tailored cognitive enhancement (2015)

Zusammenfassung 

Die Studie untersuchte den Effekt von binauralen Beats auf die Aufmerksamkeitskontrolle in einem attentional blink (AB) Test. Dabei werden dem Probanden in schneller Reihenfolge Reize präsentiert. Die Versuchsperson kann je nach Geschwindigkeit der Reizabfolge den ersten Reiz gut identifizieren, den zweiten Reiz jedoch weniger oder kaum. Eine der Erklärungen für dieses Phänomen führt den attentional blink auf eine begrenzte Kapazität des Arbeitsgedächtnisses zurück. Die Wissenschaftler untersuchten den Effekt von binauralen Beats hoher Frequenz auf den attentional blink Effekt und berücksichtigten dabei die individuellen Unterschiede zwischen den Probanden. Sie fanden heraus, dass binaurale Beats attentional blink ausschalteten, aber nur bei Probanden mit einer niedrigen spontanen Augenblinzelrate, was auf ein geringes Level von Dopamin im Striatum, einem Teil des Großhirns, zurückzuführen ist.

Aufbau und Ablauf der Studie

Individuelle Unterschiede einzelner Personen spielen eine wichtige Rolle im Effekt von Techniken, die die geistige Performance steigern sollen. Vorangegangene Forschungen zeigen, dass Individuen mit einem niedrigen Dopaminlevel einen größeren Effekt durch aufmerksamkeitssteigernde Methoden haben, während Individuen mit mittlerem oder hohem Dopaminlevel keinen Effekt zeigen. 24 Studenten (22 Frauen und 2 Männer zwischen 17 und 25 Jahren) nahmen an der Studie teil. Da die Stimmung mit dem Dopaminlevel korreliert, untersuchten die Wissenschaftler auch die Stimmung der Probanden mit einem 9×9 arousel/pleasure affect grid. Die Teilnehmer nahmen an drei Sitzungen teil, in denen sie einmal binaurale Beats im Alpha-Bereich (10 Hz), im Gamma-Bereich (40 Hz) oder einem konstanten Ton von 340 Hz als Kontrollsituation zuhörten. Auch die binauralen Beats waren mit einem Trägerton von 340 Hz versetzt. Die Teilnehmer hörten die drei Aufnahmen jeweils drei Minuten vor und während dem attetional blink Test. Die Blinzelrate (EBR) wurde zu Beginn jeder Sitzung für fünf Minuten vor Präsentation der binauralen Beats gemessen. Eine Analyse der Varianz der Blinzelrate (EBR) fand keine Unterschiede zwischen den einzelnen Sitzungen.

Ergebnis und Schlussfolgerung

Die Wissenschaftler fanden einen signifikanten Effekt p>0,58 in der Gruppe mit niedriger Blinzelrate, bei denen attentional Blink fast ausgeschaltet war.  Bei Personen mit hoher Blinzelrate wurde kein entsprechender Effekt entdeckt. Dies zeigt, dass binaurale Beats bei Personen, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, einen positiven Effekt hervorrufen können.

Da attentional blink ein sehr stabiler Effekt ist, halten es die Wissenschaftler für bemerkenswert, dass dieser durch binaurale Beats fast vollständig ausgeschaltet werden kann. Auch dass dieser durch die Augenblinzelrate verhergesagt wird, finden die Forscher bemerkenswert.

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